Montag, 26. Dezember 2011

Dr. Sabine Schiffer calling


Dr. Sabine Schiffer, Medienpädagogin und Leiterin des „Instituts für Medienverantworung“ (IMV) in Erlangen, ist wahrlich eine fleißige Frau. Hauptberuflich zerbricht sie sich über das „Bild des Islams in der Presse“ den Kopf, und während ihres wohl verdienten Feierabends gibt sie zuweilen dem iranischen Staatsrundfunk oder dem Holocaustforscher Ken Jebsen ein Interview. Und wenn sie dann noch Zeit hat, geht sie wohl gerne zum Anwalt und lässt abmahnen. Das nennt man vermutlich aktive Medienverantwortung. 

So geschehen erst kürzlich, als sie bei „The European“ auf meine erste Kolumne mit dem Titel „Das Versuchslabor der Sabine S.“ stieß, worin ich mich überhaupt zum ersten Mal mit ihrer Einrichtung beschäftigte. Nun hat ihr der Text offenbar nicht so gut gefallen hat. Schade, aber es lässt sich verkraften. Jedenfalls marschierte Frau Dr. Schiffer, die zuweilen auch bei der „Frankfurter Rundschau“ gastiert, von der ich übrigens etwa zeitgleich skurrile Interview-Anfragen erhielt, wohl flugs zum Rechtsanwalt. Dort sezierte man meinen Text und leitete die Obduktionsergebnisse in Form einer Abmahnung umgehend an die „The European“ - Redaktion  weiter.

Friedensengel in Uniform


Weihnachten soll ja nicht nur das Fest der Familie, der Nächstenliebe und der Besinnlichkeit, sondern auch des Friedens sein. Zumindest wenn man hört, dass sich große und kleine Kinder nicht nur eine neue Bohrmaschine, Chanel No. 5 oder Lego, sondern zudem plötzlich nichts Geringeres als Frieden auf Erden wünschen. Das ist freilich nobel, zweifellos, und gerade zu Weihnachten bieten sich dem saisonalen Pazifisten ungeheuer viele Möglichkeiten, die zur Rettung des Weltfriedens vom heimischen Sofa aus durchaus dienlich erscheinen. Dabei zählt zumeist nicht wirklich was, sondern dass gemacht wird. Und zur Not befriedet man eben nicht die Welt, sondern nur das eigene Gewissen.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Selektiver Opferkult

Man kann den Deutschen ja wirklich allerhand nachsagen: zu viel Bürokratie, zu wenig Humor oder zu schlechtes Essen – zumindest im internationalen Vergleich. Doch eines, das können sie wirklich gut: differenzieren. Zum Beispiel zwischen Bio- und Ökokost, zwischen gemäßigten und weniger gemäßigten Taliban, zwischen relevanter und irrelevanter Gewalt sowie zwischen interessanten und weniger interessanten Opfern.

Freitag, 16. Dezember 2011

Frankfurter Rundschau calling


Eines muss man der nationalen Friedensfront rund um den arabisch-israelischen Waldorfkindergarten Ein Bustan wirklich lassen: Sie übertrifft sich laufend selbst. Dass sie nicht müde wird, beharrlich all die Anzeigen gegen mich zu betonen, die sich bei der Staatsanwaltschaft angeblich schon „bis zur Decke stapeln“ sollen, ist dahingehend nichts Neues. Ebenso wenig neu ist, dass selbst auf höfliche Anfrage hin nicht verraten wird, was genau ich nun eigentlich verbrochen haben soll. Tatsächlich überraschend hingegen war, dass sich nun sogar schon die „Frankfurter Rundschau“, eine überregionale Tageszeitung, bei mir meldete und mir obskure Fragen hinsichtlich meiner vermeintlich kriminellen Ader stellte. Die Korrespondenz, die daraufhin entstand, soll an dieser Stelle kurz wiedergegeben werden.

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Kinderquatsch mit Knecht und Kollegen

Endlich wieder Nachrichten aus dem Knecht’schen Kuriositätenkabinett! Zwar ist der „Krieg“, den der österreichische Hobby-Antisemitismusforscher Klaus Kufner neulich mit kräftiger Unterstützung von Ruprecht Polenz (CDU) thematisiert hat, noch lange nicht vorbei. Nein nein, er befindet sich vermutlich gerade erst in der Warm-up-Phase (mehr dazu hier und hier). Dafür jedoch hat die internationale Friedensbewegung allerhand sachdienliche Hinweise hinsichtlich meiner vermeintlichen Kriminalität zusammengetragen, so dass es mich eigentlich nicht wundern würde, demnächst mein Antlitz auch im Fahndungsraster bei Aktenzeichen XY erblicken zu können. Noch vor zwei Wochen soll ich Herrn Kufner zufolge lediglich einer „rechtsextremen jüdischen Gruppierung“ angehört haben, die pausenlos an der Errichtung eines „araberreinen Israels“ arbeiten und in ihrer Freizeit gerne Email-Accounts hacken soll. Mittlerweile jedoch bin ich von der schnöden jüdischen Rechtsextremistin hin zu einer ernstzunehmenden Gefährdung des Weltfriedens avanciert – zumindest, wenn man den Friedensfreunden rund um den arabisch-israelischen Waldorf-Kindergarten Ein Bustan Glauben schenken mag.

Freitag, 9. Dezember 2011

Gute Juden, schlechte Juden

Nachdem ich kürzlich erfahren habe, dass ich angeblich einer „rechtsradikalen nationalistischen jüdischen Gruppierung“ angehöre, die nicht nur vehement für ein „araberreines Israel“ kämpfen, sondern auch noch dazu dem „eh schon vorhandenen Antisemitismus in Deutschland Vorschub leisten“ soll, war ich doch einigermaßen überrascht. Denn der Logik, wonach Juden selbst für Antisemitismus verantwortlich sein sollen, bedienten sich ja eigentlich bislang eher nur professionelle Antisemiten. Nun jedoch kommt sie von Klaus Kufner, einem österreichischem Blogger und „Vater dreier jüdischer Kinder", der mir in seinem aufschlussreichen Traktat nicht nur allerhand kriminelle Energie nachsagt, sondern darin zugleich zwischen guten und schlechten Juden unterscheidet.

Dienstag, 6. Dezember 2011

Knecht Ruprecht packt die Rute aus!


Jetzt mal Tacheles: Ich bin jung und verbringe viel Zeit auf Facebook, denn Facebook eröffnet neue Horizonte. Zuweilen erfahre ich dabei allerdings nicht nur Neben- und Hauptsächlichkeiten aus dem Leben meiner Mitmenschen, sondern auch spannende Dinge über mein eigenes Dasein – häufig sogar von offenbar hellseherisch begabten Leuten, die ich in meinem Leben hoffentlich niemals kennenlernen werde. Kürzlich kam mir zum Beispiel zu Ohren, ich wäre eine „Multiplikatorin für das deutsch-völkische Pi und NPD Publikum“, die „von den rechtskonservativen Islamhassern von Achgut vor ein paar Monaten rekrutiert“ wurde. Weiterhin soll es Gerüchten zufolge nun zu einem großen Medienprozess kommen, an dem ich wohl als Protagonistin auf der Anklagebank teilnehmen soll, weil ich angeblich die Menschenwürde anderer Menschen verletzt hätte (wie genau würde da der juristische Vorwurf lauten?) - freilich in Tateinheit mit Volksverhetzung. Nachdem ich nur leider immer noch keine Einladung zu diesem sagenhaften Prozess, zu dem angeblich auch Medienvertreter aus ganz Deutschland anreisen sollen, erhalten habe, wurde ich neugierig und recherchierte ein wenig. Auf der gut besuchten FB-Pinnwand meines Lieblings-MdBs Ruprecht Polenz wurde ich dann letztlich nicht nur fündig, sondern erfuhr sogar noch mehr verblüffende Details über mein kriminelles Dasein.