Waghalsige Hechtsprünge.

Evelyn Hecht ist zweifellos eine drollige Erscheinung. Egal ob man sie liebt oder hasst – Phantasielosigkeit kann man ihr nun wirklich nicht vorwerfen. Während der Otto-Normal-Antisemit jedes Wochenende auf einer NPD-Demo mitmarschiert und die praktizierende Israelkritikerin Inge Höger derweil von einer Palästina-Konferenz zur nächsten tourt, haut „die Tochter“ lieber inbrünstig in die Tasten, um so ihrem Ärger auf den „Apartheidstaat Israel“ Ausdruck zu verleihen. Zweifellos eine höchst ernste Angelegenheit - zumindest für die Publizistin mit Herz für unterdrückte Hamas-Aktivisten. Echauffierte sie sich neulich noch über fehlende Loyalität innerhalb der Partei „DIE LINKE“ gegenüber den Gaza-Matrosen und Hamas-Groupies in ihren eigenen Reihen, so betätigt sie sich nun als Allround-Sachverständige mit Expertise für Waffenhandel, Nahostpolitik und Einreisebestimmungen. Ganz nebenbei stellt sie dabei das komplexe Geflecht internationaler Beziehungen völlig auf den Kopf und hechtet von einem antisemitischen Ressentiment zum nächsten – was lustig ist, weil Juden ja angeblich keine Antisemiten sein können. Zudem verleiht Evis schäumende Wut über Israels Unfähigkeit, sich endlich mal selbst den goldenen Schuss zu versetzen, ihren literarischen Ergüssen wieder mal eine (vermutlich ungewollte) Komik. Das Resultat können Freunde waghalsiger Hechtsprünge dann im seriösen Qualitätsmedium „Neue rheinische Zeitung“ nachlesen:


Einmal mehr habe der jüdische Staat nun „sein wahres Gesicht“ gezeigt. Nicht etwa, indem er auf Liebesgrüße aus dem Gazastreifen mit ein paar Raketen antwortete, sondern weil er nun „friedliebenden Menschen“ das Einreiserecht verweigerte – und natürlich ging dem eine gezielte Manipulation der Fluggesellschaften voraus, die nun gleichsam als „Handlanger israelischer Repressionspolitik“ fungieren. Friedliche Reisende - damit sind nicht etwa historisch interessierte Studienräte gemeint, die im Rahmen einer Studiosusreise durch die Altstadt Jerusalems wandeln, sondern Zeitgenossen wie z.B. Hedy Epstein. Zeitgenossen also, die aufgrund ihres hohen Alters keine Gefahr darstellen können, so Frau Hecht. Dass Holo-Hedy aber offenbar noch agil genug ist, um eifrig beim Gaza Freedom March mitzumarschieren (Segeln mochte bislang nicht so recht klappen) und zudem in jeder sich bietenden Zeitung Israels Verbrechen an der Menschheit anprangert, ist Evelyns umfassender Kenntnis offensichtlich entgangen. Es ist daher nachvollziehbar, dass Israel kein gesteigertes Interesse an der Einreise solcher Gäste hat. Genauso nachvollziehbar übrigens wie die Existenz von Grenzkontrollen, die in Evelyns kleiner Welt mal eben zu weltweit einmaligen „Schikanekontrollen“ uminterpretiert werden und der Tochter freilich nur deshalb ein Dorn im Auge sind, weil sie unweigerlich zu Israels Sicherheit beitragen – was Evi natürlich saublöd findet. Aber vielleicht ist die scheinheilige Tochter auch einfach nur neidisch auf die „guten Juden“, die, im Gegensatz zu ihr, am Ben Gurion Airport mit „koscheren Rosen“ begrüßt werden.

Am Flughafen in Teheran wäre sowas, zumindest Evi zufolge, natürlich nie passiert. Denn ebenso wie Deutschland, wo die Politik nicht etwa von Frau Merkel sondern freilich von Netanyahu diktiert wird, ist auch der Iran Opfer der jüdischen Aggressoren. Ja, mehr noch: Neuerdings bedroht Israel sogar den Iran. Wie genau diese Bedrohung nun aussehen soll, das verrät Evelyn freilich nicht. Muss sie auch nicht. Denn an späterer Stelle stellt sie fest: "Wenn es um Israels Propaganda geht, spielen auch unsere Interessen keine Rolle mehr, dann müssen wir unseren Export und unsere Beziehungen zu Iran einfrieren."  Was natürlich beweist, dass Evi zwar keine Ahnung von iranischer Außen-, Innen- und Sanktionspolitik, dafür aber eine blühende Phantasie hat, die sie glatt noch zu einer Tätigkeit als Co-Autorin der „Zion-Protokolle Volume II“ befähigen würde. Denn in Evelyns Erzählungen aus 1001 Nacht wird ja nicht nur der Iran zum Wunderland, sondern auch Thomas de Maiziere zum „Kriegsminister“ – wobei man sich natürlich schon fragen muss, wie viele Kriege der deutsche Verteidigungsminister in seiner kurzen Amtszeit denn nun genau angezettelt haben könnte. Doch das ist Evelyn freilich relativ wurscht. Für sie zählt nur, dass nicht nur die Saudis mit Panzern, sondern auch die jüdischen Aggressoren mit U-Booten beglückt werden. Dabei bleibt sie dem Leser eine Erklärung, wie Israel nun den Iran mit U-Booten bedrohen könnte, schuldig (vielleicht hat sie zwischenzeitlich doch mal einen Blick auf die Landkarte geworfen). Ebenso wie sie vergisst, dass Israel sicherlich weniger in deutsche U-Boote investieren müsste, wenn es nicht mit Zeitgenossen wie Evelyn Hecht und nützlichen Idioten konfrontiert wäre, die die Ergüsse der Tochter für bare Münze und zugleich zum Anlass nehmen, voll bewaffnet in Richtung Gaza zu tuckern.

Doch vielleicht sollte man mit Evelyn auch nicht allzu hart ins Gericht gehen. Denn der interessierte Leser erfährt zudem, dass Evis wegweisende Analysen "vom Fuße des Blauen, ihrem 1186 m hohen "Hausberg" im Badischen“ aus verfasst werden. Das erklärt zumindest einiges: vollständiger Realitätsverlust in Folge mangelnder Sauerstoffversorgung - tja, das kann schon mal vorkommen. Wir wünschen der lustigen Evelyn gute Besserung! 

Kommentare:

  1. Schöne Metaphern. Wie immer ein äußerst lesenswerter Text.

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  2. Ach ja, was hat das nur mit gewissen älteren Damen auf sich? ;-)

    Sven Engel

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  3. Die "Neue rheinische Zeitung" gibt immer wieder sogenannten "Friedensaktivistinnen" Raum, ihre antisemitischen Ergüsse zu veröffentlichen. Egal ob Evelyn Hecht oder Irena Wachendorff, diese Frauen wären doch erst zufrieden, wenn Israel vernichtet oder vom Iran "befriedet" wäre. Gefangen zwischen extremlinker Ideologie und einem fanatischen Hass auf alles jüdische, wird der Islam zur Friedensreligion und Israel zur grössten Bedrohung des Weltfriedens verklärt. Leider scheint dieses kranke Weltbild nicht behandelbar zu sein.

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  4. Es sind doch immer wieder die linken "Intellektuellen", die Israel, die USA und alles jüdische und freiheitliche verachten. Ich wäre für Ausweisung solcher Personen, abschieben in den Iran oder Nord-Korea. Vielleicht wäre das heilsam ;)

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  5. So eine Frechheit! Wie kommen sie hier auf die idee so großartige Frauen zu beschimpfen? Die Philosophin Evelyn Hecht und die Friedenspreisträgerin Irena Wachendorff sind zwei der herausragendsten Persönlichkeiten in der Pro-Islamistischen Bewegung innerhalb der deutschen Linken. Ihre Verdienste können sie durch dummes Geschreibsel nicht schmälern. Hören sie auf damit.

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  6. Linke Ideologinnen sollte man in Ketten legen. Mir stinkt der Wahn, mit dem Leute wie Hecht, Höger und Wachendorff gegen das Existenzrecht Israels streiten, schon lange. Danke für diesen tollen Beitrag!

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  7. supa blok. ih fint das gans tol. unt shreiben kans du auh ser gut. fint das di frau vol blöt is auh. liebes grüse moni

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  8. Hass, wie er sich im Text und in den Kommentarn manifestiert, ist nie ein guter Ratgeber.

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  9. "herausragendsten Persönlichkeiten in der Pro-Islamistischen Bewegung"

    Freud lässt grüßen. :D

    @jennifer

    wie immmer hervorragend geschrieben.

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  10. Liebe Jennifer,

    du hast gar nicht erwähnt, dass Israel ja auch die Rampe wieder eingeführt hat.

    So jedenfalls behauptet das die irre Evi: Selektion, Selektion!

    Spätestens ab da konnte ich nicht weiterlesen und bewundere dich umso mehr, dass du dir sowas antust.

    Was ich mich frage: Sind diese Trockendosen/Dörrpflaumen eigentlich relevant? Kann man die nicht ignorieren? "Verschwende deine Jugend!", hieß zwar mal irgendwann ein deutscher Spielfilm (nie gesehen), aber du, sexy thing, solltest die deine nicht an solche frustierten Tipp-Hexen und ungepoppten Lebens-Loser wie die Holo-Hedy oder die Hamas-Evi verschwenden.

    By the way: ich fand und finde immer noch, dass die anderen ungepoppten Lebens-Loser aus der Neo-Nazi-Ecke nur deshalb eine gewisse Relevanz besitzen, weil sich immer über sie aufgeregt wird. Besser wäre doch gelangweiltes Schulterzucken und "ei-teitei"! Dito bei den o.g. Muff-Tanten.

    Hierzu die Ärzte treffend: "Arschloch!" (kann's nicht verlinken)

    @Initiative Wachteljagd: dein Link macht blind. Grauenhaftes Grün!

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  11. Sehe grad, der geschätzte Claudio Casula hat hier (wie bereits erwähnt, bin zu blöd zum Verlinken)... :

    http://spiritofentebbe.wordpress.com/2011/07/19/abgesoffen-abgesturzt/

    ... denselben Schlussgedanken:

    "Man kann nur hoffen, dass dieser unappetitlichen Bagage endlich die mediale Aufmerksamkeit entzogen werden möge, der allein sie ihre kümmerliche Existenz zu verdanken hat."

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  12. ג'ניפר יקרים, תודה על התרומה טובה מאוד. יש לך כישרון מחונן. ואתה אישה צעירה ויפה. איתך את העולם קצת יותר טוב.

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  13. Klasse Text! Die Hecht hat irgendwas von einem Brotbeutel. Hohl, aufgeblasen und zum wegschmeissen.

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  14. Und nochmal auf deutsch: Danke für das Lob. Allerdings möchte ich an dieser Stelle doch ein bisschen mahnen: Was sich alles in meinem Spam-Filter (für die Blog-Kommentare) findet, ist teilweise jenseits von Gut und Böse. Ich würde mir wünschen, etwaige Kritik an von mir thematisierten Personen etwas seriöser zu formulieren, zumal es eigentlich nicht der Stil vernünftig denkender Personen sein sollte, sich auf das Niveau persönlicher Beleidigungen zu begeben. Wir wollen ja alle keine Post vom Anwalt bekommen. ;-)

    In puncto Aufmerksamkeit ist es zwar richtig, dass man so manchen Profilneurotiker nicht noch mit zusätzlicher Aufmerksamkeit beglücken sollte. Ich gelobe Besserung - dennoch fühle ich mich irgendwie verpflichtet, wenigstens ab und an mal eine Gegendarstellung zu verfassen. Speziell bei "Persönlichkeiten", die einen höheren Bekanntheitsgrad als der Nachbar von nebenan haben und demnach durchaus in der Lage sind, solche Ansichten effektiv zu verbreiten und Indifferente entsprechend zu beeinflussen.

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  15. Danke für diesen wie immer sehr gelungenen Beitrag, Nathalie!

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