Streiten verboten?

Demokratie auf dem Prüfstand

Deutschland ist die Hochburg der Toleranz. Wer den Begriff googlet, stößt umgehend auf hunderte von Bündnissen, Aktionsprogrammen, Initiativen und Netzwerken, deren einziger Zweck darin besteht, sich für „Demokratie und Toleranz“ einzusetzen. Das ist einerseits vorbildlich und schön, andererseits aber auch durchaus skurril. Denn bekanntlich hört Toleranz immer dort auf, wo sie mit unbequemen Meinungen kollidiert. Spätestens dann versteht der deutsche Michel, der sich gerne mal das Gewand des toleranten Demokraten überwirft, absolut keinen Spaß mehr. Er gerät umgehend in Rage und zieht couragiert zur Vernichtung anderer Ideen zu Felde. Scheinbar bemerkt er dabei vor lauter Eifer nicht, dass er gerade das bekämpft, wofür er sich eigentlich einsetzt. Denn Demokratie funktioniert nun mal nicht ohne Meinungsfreiheit und Streitkultur - zwei Dinge, die dem deutschen Michel zutiefst zuwider sind. Zumindest, wenn es um Ansichten geht, die das harmonische Weltbild zu sprengen drohen oder anstrengende Diskussionen provozieren würden. Ansichten also, die eine Demokratie dringend braucht.


Weiter geht's auf blink, dem konsequent liberalen Polit-Magazin von und mit Aaron Koenig und Daniel Fallenstein - diesmal schwerpunktmäßig zum Thema Demokratie. Wer weitere großartige Beiträge, u.a. von Hamed Abdel-Samad und meiner Wenigkeit lesen will, der kann die aktuelle Ausgabe hier abonnieren. 

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