Make Quatsch, not War!

Neulich bekam ich äußerst erheiternde Anti-Fan-Post. Der/die/das anonyme Absender/in mit stark ausgeprägter pazifistischer Gesinnung gab sich dabei wirklich alle Mühe, meine etwaige Bosheit in epischer Breite zu belegen. Besonders liebenswert fand ich vor allem die Feststellung, ich sei eine

  
„menschenverachtende Bellizistin, die das aufopfernde Engagement der zahlreichen Friedensaktivisten torpediert und garantiert eine Bereicherung für Hitler, G.W. Bush und weitere Kriegstreiber dargestellt hätte“.


Ich fand diese E-Mail freilich absolut klasse, denn schließlich trifft man im Alltag (außer beim Kirchentag, den ich allerdings nicht besuche) ja nicht allzu oft auf überzeugte Pazifisten, die gleichzeitig ehrlich sind und noch dazu meine bereits vorhandene Meinung über Friedensaktivisten im Allgemeinen glanzvoll bestätigen. Allerdings, so dachte ich mir, hat ein Dasein als eingefleischter Friedenskämpfer doch auch einige, wenn nicht gar durchaus viele, Vorteile.

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Tagesschau goes Pallywood

Im Leben eines durchschnittlichen Nahostkorrespondenten gibt es genau zwei Dinge, die ihm regelmäßig einen innerlichen Reichsparteitag bescheren:
  1. Wenn Israel sich gegen Liebesgrüße aus dem Gazastreifen, die zumeist via Kassam-Rakete und Mörsergranate überbracht werden, wehrt (denn das kann man gut als zionistischen Angriffskrieg verkaufen!)
  2. Wenn die Hamas bei ihren Bestrebungen, die Juden endlich ins Meer zu treiben, tatkräftige Unterstützung von außen – wahlweise durch die UN, Iran oder Inge Höger – erfährt (denn so wirkt die sogenannte „Israelkritik“ gleich viel seriöser!) 
Das letzte Stimmungshoch erreichte die örtlichen Korrespondenten erst vor ein paar Tagen, nämlich als Ägypten im Alleingang die Öffnung des Grenzübergangs in Rafah beschloss und so die Palästinenser aus ihrem „Freiluftgefängnis“ befreite. Anlässlich dieses wahrlich historischen Ereignisses knallten die Sektkorken ganz offensichtlich nicht nur in der örtlichen Hamas-Parteizentrale, sondern ebenso im ARD-Studio Tel Aviv. Auch Dr. Clemens Verenkotte, seinerseits profilierter Nahostexperte und ARD-Studioleiter, wollte dieses Jahrhundertspektakel natürlich keinesfalls verpassen. Und so raste er mit 180 Sachen quer durch Zion in Richtung Rafah, um dort rechtzeitig an den örtlichen Feierlichkeiten im Kreise hochrangiger Hamas-Friedenskämpfer teilzunehmen. Vor diesem Hintergrund entstand dann das eine oder andere Glanzstück der deutschen Journalismusgeschichte, die der interessierte Gebührenzahler auf tagessschau.de bestaunen kann.

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Evelyn Hecht: die missverstandene Anwältin der Judenhasser.

Ein kluges Sprichwort besagt: „Egal wie tief man die Messlatte des geistigen Verstandes eines Menschen legt, es gibt jeden Tag jemanden, der bequem darunter durchlaufen kann!“ Dass dieses Zitat besonders gut zum derzeitigen Antisemitismus-Eiertanz innerhalb der Linkspartei passt, hat eine äußerst engagierte Pazifistin und Antizionistin gestern wieder mal eindrucksvoll demonstriert. Die Rede ist dabei von Evelyn Hecht-Galinski, Anwältin der Menschenrechtsorganisation Hamas, die nach anstrengenden Arbeitstagen (von einer Palästinakonferenz zur nächsten) offenbar erst dann beruhigt einschlafen kann, wenn sie zuvor ihrem Hass auf Israel in jeder sich bietenden Lokalzeitung auch genügend Ausdruck verliehen hat. Und weil es der guten Frau Hecht anscheinend nicht reicht, nur für die Befreiung der „ausgehungerten und verzweifelten“ Palästinenser aus ihrem „Freiluftgefängnis“ zu kämpfen, mischt sie sich nun auch in Dinge ein, die sie eigentlich nichts angehen. Zum Beispiel in die Antisemitismus-Affäre der Linkspartei, in die Evi zwar nicht selbst, dafür aber ihre Freunde vom letzten Gaza-Urlaub (Inge Höger and Friends), eindeutig verwickelt sind. So griff Frau Hecht also zur Feder und verfasste ein glühendes Plädoyer für die Aufrechterhaltung des linken Antisemitismus, welches gestern im Marx’schen Käseblatt „Neue Rheinische Zeitung“ erschien.


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Dear Mister President, wie konnten Sie nur ...?

Dear Mister President,

mit dem größten Entzücken reagierte ich letzten Montag auf die Nachricht vom Tod Osama bin Ladens. Allerdings bin schon ein bisschen traurig, dass offenbar keiner meiner Landsleute, bis auf Angela Merkel, diese Freude teilt – was, unter uns gesagt, auch nicht gerade die beste Gesellschaft ist. Du solltest wissen, dass „wir Deutsche“ für gewöhnlich ein etwas eigentümliches Verhältnis gegenüber Diktatoren, Terroristen und Massenmördern pflegen:
Die Haie im indischen Ozean hatten den Leichnam noch nicht mal unter sich aufgeteilt, da meldeten sich in Deutschland schon zahlreiche Völkerrechtsfetischisten, Islamwissenschaftler und Friedensforscher zu Wort, um das amerikanische Vorgehen fachgerecht zu verurteilen. Du fragst dich jetzt sicher, was an der Liquidierung eines der brutalsten Massenmörder der jüngeren Geschichte so falsch war. Die Antwort lautet: Alles! Ich weiß, du verstehst das nicht (ich übrigens auch nicht), aber es ist nun mal Fakt: Der Großteil der Deutschen findet dich, deine Vorgänger, deine primitiven Landsleute, und überhaupt, die Vereinigten Staaten an sich, total doof (nur bei Cheeseburgern machen wir eine Ausnahme). Das liegt vermutlich daran, dass „wir“ euch euren Einsatz im zweiten Weltkrieg immer noch nicht ganz verziehen haben, denn eigentlich war’s mit Hitler im 3. Reichen doch ganz schön. Grund genug, nach über 60 Jahren immer noch ordentlich beleidigt zu sein und bei jeder sich bietenden Gelegenheit das Haar in eurer nationalpatriotisch überwürzten Suppe zu suchen. Zum Beispiel jetzt. Das Gros der deutschen Spießbürger verabscheut eure Kriegstreiberei und euren schlampigen Umgang mit dem Gesetz nämlich zutiefst. Deutschland ist ja schließlich, zumindest seit 1945, die letzte Bastei der ultimativen Moral und Nächstenliebe! Im Folgenden eine kurze Erklärung, wie der Großteil der Deutschen (hier mit „wir“ gekennzeichnet) die Sache gelöst hätte:
 
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Die Mär vom gut bezahlten Israel-Lobbyisten

ACHTUNG: TEILWEISE IRONIE NICHT AUSGESCHLOSSEN!

Jetzt mal Tacheles: Ich bin jung und chronisch pleite. Allerdings lasse ich mich im Leben auch gerne von einem äußerst stark ausgeprägten Aufwand-Nutzen-Kalkül leiten. Ich hätte demnach gern einen Job, in dem ich fürstlich für Tätigkeiten entlohnt werde, die entweder wenig Zeit und Mühe kosten, oder für solche, die mir ohnehin Spaß machen. Nicht so einfach also, die Sache mit der Job-Suche. Neulich entdeckte ich allerdings auf Facebook ein äußerst lukratives Angebot, das all meine Kriterien in vollem Maße erfüllte. Ein gut informierter sowie äußerst engagierter Israelhasser wies mich darauf hin, dass das israelische Außenministerium laut "Palestine Chronicle" Internetsurfer engagiert und bezahlt, die sich wiederum im World Wide Web rund um die Uhr positiv über Israel äußern. Der nette Herr sprach dabei übrigens von Bestechung, schließlich kann es ja nicht sein, dass jemand von sich aus und ohne entsprechende Vergütung mit Israel sympathisiert. Das eigens dafür eingerichtete „Propagandaministerium“ tut dies übrigens schon seit 2009. Warum war ich eigentlich so ungeheuer dämlich, das erst jetzt zu entdecken? Die Existenz von Vereinigungen, die sich für eine aufrichtige Berichterstattung über Israel einsetzen, ist zwar hinreichend bekannt und angesichts verzerrter medialer Schemata auch völlig legitim – zumal Israel sicher nicht der einzige Staat sein dürfte, der auf diesem Wege Propaganda betreibt. Aber gegen Bezahlung?

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Häschenalarm: Politischer Ostersonntag auf Schloss Bellevue.

 Als Bundespräsident hat man’s manchmal wirklich nicht leicht. Während es den Rest des Jahres über genügt, quer durch die Weltgeschichte zu tingeln, dabei nett in die Kamera zu grinsen und wahlweise den Islam, die christliche Leitkultur oder den Multikulturalismus anzupreisen, muss man an hohen Feiertagen schon ein bisschen mehr bieten, um die Berliner Kollegen zufrieden zu stellen. Schließlich lassen sich Ostern und Weihnachten nicht so leicht abschalten wie intakte deutsche Atomkraftwerke. Doch auch dieses Jahr gelang es Papi Wulff, die heillos zerstrittene Gurkentruppe in die luxuriösen Parkanlagen von Schloss Bellevue zu integrieren. Mit Spiel, Spaß, Spannung und Schokolade lockte er die VIPs des deutschen Bundestags zum familiären Eiersuchen – ein Event, das über kurz oder lang zum absoluten Super-GAU mutieren sollte. 

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Über globalisierte Angst – wie ein AKW den Terror überstrahlte.


Nun ist es ja bekanntlich so, dass das Land der Dichter und Denker mittlerweile zum Auffangbecken für schreckhafte Angsthasen und panische Vollzeithysteriker mutiert ist. Fürchtete man früher noch örtliche Autoknackerbanden oder gar die skrupellose Ostblockmafia, so reicht heute schon ein Erdbeben im fernen Japan, um unverzüglich den nationalen Notstand auszurufen und ganze Jodtabletten-Depots zu stürmen. Globalisierung bedeutet offenbar nicht nur Erasmus-bedingten Urlaub in Harvard oder chinesische Gucci-Täschchen für die Hausfrau aus Buxtehude vom freundlichen UPS-Mann. Viel mehr lautet die Konsequenz, dass ein Erdbeben in neuntausend Kilometer Entfernung nicht nur die Japaner betrifft, sondern dass vor allem das Deutsche Volk stellvertretend den Strahlentod zu fürchten hat. Die Devise lautet also: Je irrationaler die Gefahr, desto größer die Gefährdung für uns. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der „Vorfall Arid U.“ vom 3. März möglicherweise schon längst als Karteileiche im LKA vor sich hin staubt.

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Abseits: Claudia Roth bringt Freiheit über Nordkorea.

Lange mussten wir warten, doch nun ist es soweit: Claudia Roth setzt ihre Rundreise quer durch die Diktaturen dieser Welt endlich wieder fort. Kaum ein Mitglied der politischen Elite, dass sich so glänzend wie Claudia mit humorvollen Despoten versteht. Der Besitz einer Atombombe ist mittlerweile dringende Voraussetzung für einen Besuch, sonst kommt sie nicht. Erst kürzlich bereiste sie in landestypischer Verhüllung den Iran, um dort beschwingt bei Kaffee und Kuchen mit den Mullahs über Hamlet zu plaudern. Dabei ist der Schrägstrich-Dramaturgin vor lauter Smalltalk vermutlich entgangen, dass indes einige Meter weiter ein paar unschuldige Zivilisten rein zufällig niedergeschossen wurden und deutsche BAMS-Reporter im Gefängnis vergeblich auf Rettung hofften. Nun ist Claudia dieser Tage wieder eifrig unterwegs – vermutlich lässt sie sogar die ein oder andere Anti-Atom-Demo dafür sausen. Ihre Reiseroute entlang der Achse des Guten führt sie diesmal anlässlich der kommenden Frauen-Fußball-WM nach Nordkorea, zur Verstärkung hat sie sogar den DFB dabei. Dort will sie mit Hilfe der pazifistischen Kraft des Fußballs für Spaß, gute Laune und ein bisschen Frieden sorgen. Im Gepäck hat sie wie immer jede Menge gute Ratschläge, wie die folgenden Ausschnitte ihres poetischen Reisetagebuchs „Fußballreise in ein unbekanntes Land“ beweisen. Darin berichtet Missionarin Claudia:

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Raus aus dem Quoten-Quatsch – in vier Schritten zur absoluten Gleichberechtigung!

Liebe Quoten-Frauen,

mit Spannung und großem Interesse verfolgte ich gestern Abend euren großen ZDF-Auftritt im Illner’schen Stuhlkreis. Polarisierend und vielversprechend klang sie, die Gesprächsrunde zum Thema „Ist dein Boss morgen 'ne Frau?“ – schließlich wurde euer Herzenswunsch, die Frauenquote nämlich, raus aus dem Parlament und mitten hinein in die Arena der medialen Eitelkeiten getragen. Wer dabei jedoch neue Erkenntnisse oder gar die Lösung aller Probleme erwartete, wurde bitter enttäuscht. Stattdessen bot sich eine überflüssige Gesprächstherapie, die in einen folgenlosen Austausch bekannter Position mit gehörigem Schuss Selbstmitleid und Opferattitüde mündete. Irgendwas macht ihr also falsch, Mädels! Da mich euer Anliegen dennoch nicht losließ, habe ich mir ein paar Gedanken darüber gemacht, wie das mit der quotierten Gleichmacherei doch noch klappen würde. Anbei mein Leitfaden „In vier Schritten zur ultimativen Gleichberechtigung!“:

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Bayern macht’s vor: Saufen und Schunkeln im Dienste der Integration.

Wir leben in einer Zeit tiefgreifender historischer Umbrüche. Es brodelt nicht nur in Ägypten, in der Regierung oder gar in Dioxin-verseuchten Hühnerställen, sondern neuerdings auch im Himmel der Bayern. Vorbei sind die Zeiten der bayerischen Gemütlichkeit, die nicht nur in bierseliger Ekstase und urtümlicher Wirtshauskultur wurzelte, sondern gleichsam den goldenen Hopfensaft als identitätsstiftendes Merkmal begriff. Denn das Jahr 2011 beginnt mit einer beängstigenden Hiobsbotschaft: Die Einwohner Bayerns konsumieren weniger Bier! Galt der Freistaat über Jahrhunderte hinweg noch als Multi-Kulti-resistente Bastion der Religiösität, so droht er nun zu einem Sammelbecken Mineralwasser-trinkender Apologeten zu verkommen. Und das in einem Land, welches überwiegend von gestandene Mannsbildern bevölkert wird, die laut Beckstein’scher Lehre nach zwei Maß Bier noch Auto fahren können.
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