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Gordon Gekko am Wühltisch

Gut, ich hätte es vorher wissen können. Tatsächlich war es kein kluger Plan, am 28.11.2013, dem Freitag nach Thanksgiving, die Westfield Shopping Mall im Herzen San Franciscos zu betreten. Eigentlich wollte ich mir dort nur eine Cola besorgen, doch dann kam alles viel schlimmer. Denn zur gleichen Zeit wurde landesweit der „Black Friday“ zelebriert: Der Tag, an dem traditionell schon vor Sonnenaufgang Völkerwanderungen in Richtung Innenstadt stattfinden, um dort ein wichtiges Ritual zu vollziehen: Schnäppchenjagd. Black Friday bedeutet nichts anderes als landesübergreifender „Sale“.

Daneben läutet er auch die fünfte Jahreszeit ein, nämlich das organisierte Christmas-Shopping. Jesus wäre wohl wenig erfreut über das, was die Menschheit anlässlich seines Geburtstags so treibt. Denn was mir spätestens eine Sekunde nach Betreten des Shoppingtempels entgegenschlug, war von christlicher Nächstenliebe weit entfernt.

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Wie das Leistungsprinzip aus der Mode kam

Erst neulich habe ich mal wieder zur Kenntnis genommen, dass die soziale Kälte sich hierzulande zur sozialen Eiszeit auswächst. Auch um die Kluft zwischen Arm und Reich soll es nicht gut bestellt sein. Sie stünde kurz vor der Unüberwindbarkeit, so hört man, und sollte es nicht schleunigst mit der sozialen Gerechtigkeit losgehen, drohen Sodom- und Gomorra –ähnliche Zustände. Mindestens.

Manch einem mag deshalb schon ganz schlecht sein. Mir nicht. Denn vorerst habe ich schon genug damit zu tun, mich aufgrund dessen neu einzusortieren. Der nach sozialer Gerechtigkeit rufende Chor, die Ode an die Umfairteilung, die Arie der Wir-Seligkeit, kurz: der neue deutsche Soundtrack – seine Klänge sind es, die ich kaum zu dechiffrieren vermag. Dachte ich doch bislang, Leistung wäre etwas Gutes, und auch die Politik müsse an individueller Leistungsbereitschaft, zugleich dem Motor einer Volkswirtschaft, interessiert sein.

Ein fataler Irrtum, wie sich nun herausstellt. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass Leistung in diesen Breitengraden nicht nur verpönt, sondern sogar bedrohlich ist. Denn wer dem Ruf nach sozialer Gerechtigkeit folgt, stellt fest, dass sowohl der Leistungsträger an sich, als auch das System, das ihn belohnt, und zudem alles, was ihn umgibt, der schönen neuen gerechten Welt im Wege stehen.

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Recht im Namen des Kostüms


Manch einer wird sie schon wieder vergessen haben, anderen hingegen haben sie auf ewig in ihr Herz geschlossen. Die Rede ist von Irena Wachendorff, die nicht nur rund um ihre Heimat Remagen, sondern auch überregional bis international als engagierte Kostümjüdin einigen Ruhm erlangte. Jahrelang tingelte sie als Jüdin durch Synagogen, Schulen und Gedenkstätten, kein jüdisch konnotiertes Event war vor ihr sicher. Dabei beeindruckte sie ihre Umwelt nicht nur durch ihre Vita (Mama in Auschwitz, Papa auf der Flucht in England, sie selbst als IDF-Soldatin im Libanon), sondern auch durch ihr beherztes Eintreten für einen gerechten Frieden im Nahen Osten, indem sie den Israelis vom Rhein aus diktierte, sich den Palästinensern gegenüber doch endlich mal anständig zu benehmen.

Seit jedoch bekannt ist, dass Irena Wachendorff zwar über viel Fantasie, dafür aber über keinerlei jüdische Wurzeln verfügt, wurde es still um sie. Hie und da trat sie auf Facebook im Gewand ihres toten Hunds auf, und zwischendurch versprach sie den Resterampen ihrer Fangemeinde, ihre Jüdischkeit zu beweisen, sobald die entsprechenden Dokumente aus dem fernen Polen endlich eingetroffen wären. Das jüdische Kostüm trug sie weiterhin privat, nicht jedoch in der Öffentlichkeit.

Nun allerdings traut sich die Kostümjüdin der Herzen wieder aus der Deckung. Zwar nicht in einer Synagoge, dafür aber vor Gericht, was ja auch schon mal ganz ordentlich ist. Genauer: Vor dem Amtsgericht Frankfurt am Main, wo Irena Wachendorff gestern erschien, um in einem Strafprozess als Zeugin der Anklage ihr lang ersehntes jüdisches Comeback zu feiern. Achgut- und Blog-Leserin E.D. war live dabei und weiß Erstaunliches zu berichten:

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Der ganz normale Wahnsinn



Im Grunde habe ich ein Herz für Leserbriefschreiber und artverwandte Wesen. Für die einen, die es bei Komplimenten, Heiratsanträgen und knappem Feedback  belassen, mehr. Für die anderen, die mit geistiger Diarrhoe auf sich aufmerksam machen, weniger. Obwohl es, zugegeben, ohne solche Geisterfahrer auch langweilig wäre. Und dann gibt es natürlich noch Exemplare, die sich streng genommen keiner der beiden Kategorien zuordnen lassen. Das sind die, die keinen Friseur haben. Einsame Seelen, unterbeschäftigte Rentner, Männer mit stark ausgeprägter Midlifecrisis und „entrechtete“ Väter beispielsweise. Ihren Tätigkeitsschwerpunkt haben sie längst in die Postfächer fremder Leute verlagert, wo sie selbstverständlich kostenlose und unkomplizierte Gesprächstherapie erwarten. Oder eher massiv einfordern. Denn sobald der Leserbriefschreiber eine höfliche Standard-Antwort empfangen hat, kommt er erst richtig in Fahrt. 

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"If I can do it, anyone can do it!"

„Are you kidding me? Never ever in my life“, entfährt es ihm, während er sorgsam den Milchschaum auf den heißen Kaffee drapiert und so zum Cappuccino befördert. Sehnsucht habe er schon lange nicht mehr, bekräftigt er nochmals, hier sei er absolut glücklich – als Antwort auf die Frage, ob er denn die USA irgendwann wieder gegen sein Heimatland eintauschen wolle. Höchstens seine Familie, ja, die vermisst er manchmal ein wenig. „But I’m American now, you know“, fügt er lächelnd hinzu. Und darauf ist der Mann, der vor über zehn Jahren aus seiner türkischen Heimat Antalya ohne Geld, dafür aber mit Greencard, nach San Francisco kam und nun im eigenen Café seine Gäste mit Sandwiches versorgt, mächtig stolz.

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Nachhaltige Tanzflächen und grüne Kuriositäten

Abends halb zehn in San Francisco. Aus einem Gebäudekomplex dröhnt Musik, davor formt sich eine Vielzahl junger und nicht mehr so junger Menschen brav zu einer Schlange. Für einen Freitagabend nichts Ungewöhnliches, besonders hier im „SoMa-District“, wo das Nachtleben „pulsiert“, wie man so schön sagt. Die eine durchforstet ihre Handtasche noch nach ihrer „ID“, der andere wippt betont lässig mit dem Fuß, und ein paar Teenie-Mädchen, die offenbar zu jung waren, staksen auf ihren Plateau-High-Heels bedröppelt von dannen.

Fast habe ich die abendliche Versammlung umschifft, da ertönt es plötzlich: „So you don’t wanna join us?“ – direkt hinter mir. Und während ich (die amerikanische Offenheit mittlerweile gewohnt) mich noch umdrehe, spricht die unbekannte Stimme, die vermutlich zu einem Studenten gehört, begeistert weiter. Ich würde mich direkt vor dem grünsten Nachtclub der Welt befinden, meint er (und hat damit fast recht). Ob ich denn nicht Lust hätte, den „sustainable dancefloor“ zu sehen? „Sustainable what?“, frage ich ungläubig bis verblüfft nach. Natürlich nicht, ohne „Sorry, I’m from Germany“ hinzuzufügen, was in den USA meist als Ticket für eine spontane Informationsveranstaltung durch Einheimische dient.

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Neulich bei Safeway



Berichte aus der freien Welt. San Francisco, California, USA. 


Zu den Dingen, die ich nur erledige, weil kein Weg daran vorbei führt, zählt zweifellos einkaufen gehen. Warum manche Leute daran Freude empfinden, mit Zettel durch die Reihen von Edeka zu spazieren, hinterher genüsslich über den Wochenmarkt zu schlendern und anschließend das Reformhaus aufzusuchen, um ein spezielles Fünfkorn-Müsli zu erwerben, erschließt sich mir bis heute nicht. Allein die Tüten, die es zu füllen und tragen gilt, vermiesen ungefähr alles, und eigentlich wäre es mir am liebsten, wenn sich der Kühlschrank automatisch und ohne Aufwand füllen würde. Eben das Tischlein-deck-dich-Prinzip. 

Fernab der Heimat verhält es sich hingegen ganz anders. Es bedarf lediglich einer mindestens siebenstündigen Anreise per Flugzeug, um mein Einkaufsverhalten eklatant zu ändern. Ja, ich gebe es zu: Ich mag US-amerikanische Supermärkte. Den kleinen am Eck, wo der Inhaber nur eine CD besitzt und diese in Dauerschleife spielt. Nämlich Pavarotti, weshalb man täglich mit „O sole mio“ begrüßt wird. Aber auch die großen, wie zum Beispiel Safeway, in denen man sich verläuft. Wo die Joghurt-Abteilung allein so groß wie der örtliche Rewe (und dank ultramoderner Kühlung so kalt wie die Arktis) ist. Wo vom „Bavaria Blu“-Blauschimmel über Sahnetorten im XXL-Format bis hin zu Hummus in mindestens zehn verschiedenen Geschmacksrichtungen alles zu haben ist und ich vor unbekannten Getränken  – pomegranate flavored water bis hin zur green tea lemonade - stehe, um danach mangels Entscheidungsfähigkeit doch wieder die Cola einpacke. Beziehungsweise nicht ich, sondern wahlweise der Kassierer oder speziell dafür eingestelltes Personal, das die Einkäufe an der Kasse fein säuberlich in Tüten (recyclebares Papier, Plastik gibt’s hier nicht, San Francisco ist schließlich grün!) verstaut. 

Und außerdem gibt es gerade im Herbst während des Einkaufs im durchschnittlichen Supermarkt noch viel mehr zu erleben. Schauen Sie mal: 







Oder auch hier und hier. 


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Jetzt muss Knecht Ruprecht ran!

Langsam wird es still um Irena Wachendorff aus Remagen, die sich über Jahre hinweg eine drehbuchreife jüdische Identität herbeiphantasiert hat, um so ihrer Vita ein wenig Glanz und Gloria zu verleihen. Sie selbst hat Facebook verlassen, ihr Fürsprecher Ruprecht Polenz erholt sich gerade im Urlaub, und ihr Fanblock leidet an Auszehrung.

Derweil betreten Vertreter jüdischer Gemeinden die letzten Bretter jener Bühne, die für Frau Wachendorff mal die Welt bedeutete. Jahrelang gab sie sich als Mitglied der Kölner Gemeinde „Gescher LaMassoret“ aus, wo sie dummerweise nur als Abonnentin des Gemeindebriefs bekannt war. Nachdem ihr Second Life als „israelkritische Jüdin“ in die Brüche ging, handelte Frau Wachendorff äußerst pragmatisch und ernannte sich kurzerhand selbst zum Mitglied der liberalen jüdischen Gemeinde Neuwied Mittelrhein. Hier, in „ihrer Gemeinde“, will sie sich nach ihrer Bruchlandung beraten haben, wobei man ihr nicht etwa einen Gemeinde-Ausweis ausstellte, sondern den Facebook-Abgang empfohlen haben soll.  So, wie es sich für eine waschechte Jüdin – und dafür hält sie sich bis heute – gehört.

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Tohuwabohu im Kostümverleih

Nun, da die Berufsjüdin Irena Wachendorff als Kostümjüdin geoutet wurde, läuft der Rest ihres Fanclubs so richtig Amok. Während die Remagenerin noch eine passende Gemeinde sucht und Ruprecht Polenz, Sonderbeauftragter für „umgekehrte Ariernachweise“, offenbar den Weltrekord im Aussitzen brechen will, sorgen skurrile Facebook-Nutzer für das angemessene Ambiente. Die einen mussten den Text nicht mal lesen, um ihn falsch zu finden, die anderen buddeln jüdische Wehrmachtsoffiziere aus, und der Rest findet es plötzlich gar nicht mehr wichtig, ob die Remagenerin wirklich jüdisch ist, Hauptsache sie tut was für den Frieden. Was in der Tat wurscht wäre, wenn die rheinische Frohnatur sich nicht genau dadurch definiert und damit eine Riesenwelle angegeben hätte. Riskieren Sie einen Blick in ein Biotop, wo die Neurosen nur so aufblühen:

Chorus Ben Ami Da habe wir sie ja , die Marionettenspielerin, ...die junge Frau mit dem verhangenen Blick, die mir als Jüdin sagen will, wie mein Jüdischsein auszusehen hat, die alte Männer instrumenatlisert Nachweise zu fordern....in einer Weise wie sie vor 1000 Jahren üblich waren. Mir gefriert das Blut in den Adern ob solcher Unverschämtheit.

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Piratige Paranoia

Bis vor Kurzem war die heile Welt der Piraten noch in Ordnung. Der eine saß bei Lanz, der andere kümmerte sich um den Holocaust, der nächste philosophierte über die „Tittenquote“, zwischendurch ein bisschen Urheberrecht, und am Ende des Tages „enterte“ man noch ein paar Landesparlamente. Doch nun droht nichts Geringeres als die ultimative Identitätskrise. Der Anlass: Piratenpartei-Chef Bernd Schlömer hatte vorigen Donnerstag ein Date. Mit Polit-Schwergewicht Henry Kissinger. Und noch dazu im Axel-Springer-Journalistenclub, der ganz offenbar nicht nur Alt-68ern im Rentenalter als Vorhof zur Hölle gilt.

Ein Vorhaben also, das freilich kein vorbildlicher Pirat mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Denn schließlich hätte sich hier ein „Nazi-Jude mit internationalem Haftbefehl“ angekündigt. Ein „Antidemokrat“, ein „Kriegsverbrecher“ und daher ein Mann, dem man nicht mal die Hand reichen dürfe, weil sonst die eigene Hand „verfaulen“ oder zur „demokratentötenden Zombiehand“ werden würde, wie aufgeregte Piraten auf Twitter warnten. Nein, mit so einem Ganoven wollen sich die Sauberpiraten, die natürlich kein Antisemitismusproblem haben, nicht abgeben! Bernd Schlömer möge bitte absagen, tönte es aus dem Shitstorm der Empörung, der kurz darauf noch mit ein paar Drohungen gegen den Piratenchef angereichert wurde.

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Ruprecht Polenz antwortet ...

... nur bedauerlicherweise nicht auf die Frage, die man ihm eigentlich gestellt hat. Denn seit gestern erkundigen sich doch tatsächlich einige Leute auf seiner Facebook-Seite danach, ob es stimmt, dass er das hier

"Irena Wachendorff: Polenz hat mir gestern am Telefon gesagt...Jenny ist jobmässig am Ende! Welche seriöse Zeitung nimmt sie, wenn einmal ihr Name ergoogelt würde....Jenny steht das Wasser bis zum Hals!"

seiner Lieblings-Friedensaktivistin am Telefon geflüstert haben soll. Daraufhin herrschte bis vor ein paar Stunden tiefstes Schweigen. Vermutlich musste der Ex-Generalsekretär vorher noch mit Frau Wachendorff telefonischen Kriegsrat halten, bevor er sich entschied, das hier verlauten zu lassen:
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Herr Polenz, die Friedensaktivistin - und ich?

Oder auch: Des Rätsels Lösung?

Was macht mein Lieblings-MdB Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses und Ex-Generalsekretär mit kurzer Haltbarkeit, eigentlich, wenn er nicht gerade sein Antisemiten- und Terroristenstadl auf Facebook betreut? Nun, er unterstützt den arabisch-jüdischen Kindergarten „Ein Bustan“ in Israel, der es ihm so sehr angetan hat, dass er ihn neulich auf seiner Nahost-Friedensmission höchstpersönlich besuchte, anstatt sich mit der atomaren Bedrohung durch den Iran zu befassen. Zumindest vorgeblich. Denn eigentlich scheint Herr Polenz gar nicht so sehr den besagten Kindergarten, sondern vielmehr die Remagener Friedensaktivistin, Lyrikerin und Berufsjüdin Irena Wachendorff zu unterstützen, die rein zufällig auch noch erste Vorsitzende des deutschen Ein-Bustan-Fördervereins (e.V. in Gründung!) ist. Diese wiederum fällt allerdings weniger durch ihre Gedichte oder außerordentliche Friedensarbeit, sondern vielmehr durch den Umstand auf, dass sie sich bereits seit Jahren pausenlos von Antideutschen, sogenannten Rechtspopulisten, „rechtsextremen Juden“ und generell allen, die Israel irgendwie verbunden sind, verfolgt und bedroht fühlt. Damit bringt sie ungefähr alles mit, um Herrn Polenz bei seinem Kampf gegen „Israelergiker“ (das sind Leute, die Qassam-Raketen aus Gaza nicht so prickelnd finden) als Beraterin oder auch Handlangerin – das ist bis jetzt noch nicht bekannt - zur Seite zu stehen. Und vielleicht auch noch für ein bisschen mehr, wie die folgende Geschichte zeigt.

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O'zapft is! So überleben Sie die Wiesn 2011

Sehr geehrte Touristen, werte Zuagroaste, liebe Wiesn-Besucher von auswärts,

es stimmt uns froh, Sie (und vorwiegend auch Ihr Geld) bei uns in München begrüßen zu dürfen. Natürlich freuen wir uns einerseits sehr, Sie passend zur „fünften Jahreszeit“ in unserer wunderschönen Landeshauptstadt willkommen zu heißen. Andererseits, und dies muss allein schon aus Gründen der Nächstenliebe erwähnt werden, bedauern wir es ebenso, dass Sie ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt hier bei uns aufschlagen. Unter uns gesagt: Unpassender geht’s kaum. Wir bekunden hiermit unser aufrichtiges Mitgefühl. Denn sobald nächsten Samstag pünktlich um 12 Uhr mittags unser Prophet und Oberbürgermeister Ude mit den magischen Worten „O’zapft is’“ Millionen von Menschen in bierselige Ekstase versetzen wird, werden gleichsam auch Ihre bisherigen, romantisch verklärten Illusionen vom größten Volksfest der Welt schonungslos in einem Meer von Hopfensaft ertränkt werden. Sie dachten also, das Oktoberfest sei ein geselliges Spektakel, bei dem sich fesche Buam und Madl in volkstümlicher Kostümierung auf wankenden Bierbänken in den Armen liegen und fröhlich ihre Bierkrüge in den Himmel der Bayern halten? Dass Bierzelte das Gleiche wie Wirtshäuser sind, die man zu jeder Tages- und Nachtzeit betreten kann? Geradezu ein Exempel bayerischer Gemütlichkeit? Wenn Sie all dies Fragen mit ja beantworten, na dann: Prost Mahlzeit. Es tut uns aufrichtig leid, Ihre Illusionen an dieser Stelle zerstören zu müssen. Zu Ihrer eigenen Sicherheit und um Ihre Chancen, die heurige Wies’n auch nur annährend zu überleben, zu erhöhen, stellt Ihnen die Landeshauptstadt im folgenden einen kurzen Survival-Leitfaden zur Verfügung – damit Sie auch in ein zwei Wochen wenigstens noch „zehn Meter geh’n“ können …

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Häschenalarm: Politischer Ostersonntag auf Schloss Bellevue.

 Als Bundespräsident hat man’s manchmal wirklich nicht leicht. Während es den Rest des Jahres über genügt, quer durch die Weltgeschichte zu tingeln, dabei nett in die Kamera zu grinsen und wahlweise den Islam, die christliche Leitkultur oder den Multikulturalismus anzupreisen, muss man an hohen Feiertagen schon ein bisschen mehr bieten, um die Berliner Kollegen zufrieden zu stellen. Schließlich lassen sich Ostern und Weihnachten nicht so leicht abschalten wie intakte deutsche Atomkraftwerke. Doch auch dieses Jahr gelang es Papi Wulff, die heillos zerstrittene Gurkentruppe in die luxuriösen Parkanlagen von Schloss Bellevue zu integrieren. Mit Spiel, Spaß, Spannung und Schokolade lockte er die VIPs des deutschen Bundestags zum familiären Eiersuchen – ein Event, das über kurz oder lang zum absoluten Super-GAU mutieren sollte. 

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