Es ist durchaus nicht leicht, sich heutzutage zu einer Partei zu
bekennen, ohne dabei auf dem Jahrmarkt der Tugendhaftigkeiten in Verruf
zu geraten. Die CDU? Zu konservativ, verstaubt, hinterher noch rechts. Die FDP riecht dagegen nach Raubtierkapitalismus und Hoteliershintergrund, und wer SPD
wählt, bekommt Steinbrück, also auch nicht den menschgewordenen Traum
aller Genossen. Blieben nur noch die Grünen, die das haben, was allen
anderen fehlt. Denn grün, das hat sich mittlerweile herumgesprochen, ist
nicht nur ein Programm, sondern ein Lebensgefühl. Manchmal sogar ein
Glaubensbekenntnis. Grün steht für Yogamatten, Bionade, Mülltrennung und
das Bewusstsein, stets so zu handeln, wie es allgemein als „gut“
anerkannt ist.
Ohnehin ist vollumfängliches Gutsein das Stammkapital der Grünen. Hier werden alle „abgeholt“. Frauen werden nicht mit Herrenwitzen, sondern mit Quoten, Geringverdiener mit Mindestlöhnen und Zuvielverdiener mit höheren Steuern bedacht. Auch sonst wird niemand diskriminiert: weder Transsexuelle noch Bürger mit Migrationshintergrund, ja, nicht mal der iranische Botschafter.
Ohnehin ist vollumfängliches Gutsein das Stammkapital der Grünen. Hier werden alle „abgeholt“. Frauen werden nicht mit Herrenwitzen, sondern mit Quoten, Geringverdiener mit Mindestlöhnen und Zuvielverdiener mit höheren Steuern bedacht. Auch sonst wird niemand diskriminiert: weder Transsexuelle noch Bürger mit Migrationshintergrund, ja, nicht mal der iranische Botschafter.